Hallo Warstein, hier ist Berlin!

Veröffentlicht am 15. September 2019

Dreieck Potsdam – wir sitzen erschöpft in unserem Bus auf dem Heimweg und können auf eine spannende Woche zurückblicken:

Der Vormittag des Dienstages stand ganz im Zeichen der großen Politik: Ein knappes Dutzend von uns durften eine Plenarsitzung der Haushaltsdebatte miterleben. Nach der Einbringung des Haushaltes durch den Bundesfinanzminister vermittelten Reden von Politikern aller Fraktionen einen Eindruck von der Arbeitsweise der Politiker: „Die beleidigen sich nur gegenseitig“, „Alice Weidel hat die ganze Zeit geWhatsAppt“, „Angie ist mittendrin gegangen“ waren einige spontane Schüleräußerungen.
Dass Politik die Kunst des Kompromisses und des Einbindens unterschiedlicher Interessen ist, lernte der Rest in einem Rollenspiel beim Bundesrat: Eine Gesetzesinitiative zur Legalisierung von Cannabis sollte auf den Weg gebracht werden. Endergebnis: Die Abgabe von Cannabis wird erlaubt, aber nur unter strengen Auflagen in der Apotheke.

Am Nachmittag war die Vernichtung der Juden durch die erste deutsche Diktatur Thema bei Führungen durch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Wie sich das Ausharren in einem stickigen Bunker bei einem Luftangriff anfühlt, konnten die Schülerinnen und Schüler mittwochs bei einer Führung durch die Berliner Unterwelten erfahren.

Den Umgang der zweiten deutschen Diktatur mit Dissidenten und politischen Häftlingen war Thema beim Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, einem ehemaligen Stasi-Gefängnis. Die Schülerinnen und Schüler wurden teilweise von ehemaligen Häftlingen geführt.

Der Mittwoch endete mit einem abendlichen Besuch beim Reichstag. Dort wurden in einem Vortrag die Grundlagen der parlamentarischen Demokratie in Deutschland vermittelt („Wie heißen die fünf Verfassungsorgane?“). Anschließend war noch Zeit, bei einem Besuch der Reichstagskuppel den Ausblick auf das nächtliche Berlin zu genießen.

Der letzte Programmpunkt war donnerstags ein Besuch der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“. Anschließend konnte Berlin auf eigene Faust erkundet werden.