„Egwald“ und kein Frontalunterricht

Veröffentlicht am 13. Juli 2018

Wird ein Bär neues Maskottchen des Europa-Gymnasiums? / Schülervertretung hatte Fäden in der Hand

Möglicherweise verewigen sich Marie-Marlen Minten und eine Gruppe von weiteren gut 15 Schülerinnen und Schülern des Europa-Gymnasiums Warstein auf besondere Weise: Wenn die Schulgemeinde ihren „Egwald“ akzeptiert, dann bekommt das „E-G“ ein Maskottchen. „Egwald“ ist ein Bär und einen aus E wie Europa und G wie Gymnasium sowie Wald stellvertretend für Warstein und das Sauerland zusammengesetzen Namen. Entstanden ist der fröhliche Geselle während der Projekttage von Montag bis Mittwoch dieser Woche.

Mannshoch stand die Figur aus nicht wasserfestem Pappmaché regengeschützt in einem Durchgang am Pausenhof, auf dem Tennis gespielt wurde. Auch der Sport war eines der Angebote für „Könner“ oder interessierte Neueinsteiger. Die Projekttage endeten gestern mit der Präsentation der Projekte, der Unterricht lag so kurz vor den Sommerferien „am Boden“. Beteiligt waren die Stufen fünf bis neun und elf – die „Zehner“ waren anderweitig mit Betriebspraktikum, dessen Auswertung und Ausflügen beschäftigt. Die Idee, die Schule (fast) komplett einzubeziehen, hatten die gewählten Schülervertreter während einer SV-Fahrt nach Köln, und ihr Vorschlag wurde im Lehrerzimmer positiv aufgenommen, wie Yannik Enste erklärte. Aus einer ganzen Reihe von Projektvorschlägen wurden elf ausgewählt. Unter dem Dirigat von Musiklehrer Arthur Feller fand sich ein Orchester zusammen, das den Präsentationstag im Forum eröffnete – und über 500 Schülerinnen und Schüler hörten zum Auftakt die sogenannte Eurovisions- Hymne, das Prelude des „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentiers.

Auf der Leinwand wurden anschließend vier von Schülergruppen gedrehte Image-Filme gezeigt, die zur Abstimmung gestellt wurden. Klassensprecher wählten den Sieger aus, mit dem im Internet für das Europa- Gymnasium geworben werden soll. Schulleiter Bernd Belecke war stiller Beobachter der Szenerie in einer „Gastrolle“, beim Tanzen in der Schulsporthalle, wo Schülerinnen zu verschiedenen europäischen Ländern Tänze eingeübt hatten, hakte ihn allerdings „Pipi Langstrumpf“ (Trixi Brüggemeier) unter und zog ihn über das Parkett. Ebenfalls Europa hatte sich eine Koch-Gruppe verschrieben, die Spezialitäten aus Küchen des Staatenbundes servierte. Und dem Trend, in einem Escape-Room eingeschlossene Menschen den Ausweg durch das Lösen verschiedener Rätsel finden zu lassen, folgte eine andere Gruppe; es gab sogar zwei Escape- Rooms, und beide waren ständig frequentiert. Das ganze Europa-Gymnasium war an diesem Mittwochvormittag in Bewegung, und die von der Schülervertretung erdachte Auflockerung erreichte das Ziel ihrer sprecher Nick Homann, Joel Krischer und Yannik Enste: „So kurz vor den Ferien hat man eh keinen Bock mehr auf Frontalunterricht!“

 

Text: Teichmann, Warsteiner Anzeiger