Bis auf eine alle angehenden Abiturientinnen und Abiturienten an Bord

Veröffentlicht am 25. April 2020

Vorabiklausuren gemeistert: „Schön, jetzt doch einen Abschluss zu bekommen“

Hände desinfizieren, genügend Sicherheitsabstand zwischen den Tischen und zu anderen Personen, eine eigene Toilette für jeden Raum: Richtlinien für Abiturienten
während ihrer Abschlussklausuren sind sowieso streng, dieses Jahr durch
die Corona-Pandemie aber doch mehr – und anders. Das hat auch das Warsteiner Gymnasium erlebt, da wurden am gestrigen Donnerstag die letzten Vorabiklausuren
geschrieben. Insgesamt sei es gut gelaufen, sagt Oberstufenkoordinator Markus Schröder, alle Schüler seien da gewesen. Außer einer, die nächste Woche nachschreiben wird. Aber das sei geplant gewesen.

Und wie haben die Schüler ihre erste Corona-Klausur erlebt?
Hannah Löseke berichtet dazu im Warsteiner Anzeiger, 24.04.2020

Maximilian Rüther (18): Ich habe die Mathe-Vorabiklausur geschrieben – und die ist eigentlich ganz gut gelaufen. Man hat aber schon gemerkt, dass die Vorbereitung gefehlt hat, mit Unterricht wär’s besser gewesen. Aber für Mathe gibt’s im Internet viel, mit dem man lernen kann. Wir haben über die Schule zum Beispiel einen Premium-Zugang für Simple Club (eine Online-Lernplattform mit Videos zu verschiedenen Fächer, Anm. d. Red.) bekommen, das war richtig praktisch. Oder Tutorials mit Daniel Jung – da gibt’s schon genug Möglichkeiten. Deshalb mhatte ich auch keine Angst.
Blöd ist aber, dass die Abivorbereitungskurse morgen anfangen mund wir noch gar nichts wissen.

Kevin Gukenheimer (18): Ich habe Philosophie geschrieben und dadurch, dass wir die Themen vorgegeben hatten, war ich im Thema drin. Außerdem konnten wir uns zwischen zwei Klausuren entscheiden, das war gut. Anfangs war es aber schon komisch
zu lernen. Ich war komplett raus, es war so ein Ferien-Gefühl. Und der Abschluss fehlte einfach. Wir hatten ja keine Mottowoche, keinen Schulsturm und Co. und deshalb hatte ich auch nicht das Gefühl, dass man jetzt Abschluss hat und Vorabi- und Abiklausuren schreiben muss. Deshalb fiel mir das Lernen erst schwer. Also das war allgemein ja recht komisch, alles rund um Corona, und vor allem dann in dieser Situation mit dem Abi dabei.

Johanna Schmitt (18): Vor den Ferien war ich mega gut vorbereitet, deshalb dachte ich jetzt, dass es reicht, zwei Tage vorher anzufangen. Das war aber doch ein bisschen
eng. Also war’s jetzt nicht meine beste Matheklausur, aber ich hoffe, mit der Vorbenotung passt das dann. Vor der Klausur war ich auch aufgedreht, es war ja voll schön, alle wiederzusehen.
Besonders Fragen zu stellen während der Klausur, war schon komisch. Die Lehrerin konnte ja nicht einfach zum Platz kommen, das mussten wir dann laut machen. Nichtsdestotrotz wäre ich eigentlich fürs Durchschnittsabitur, aber insgesamt finde ich es schön, dass ich jetzt doch einen Abschluss habe. Wir bereiten uns ja so auf die Prüfungen vor und – klar, man lernt fürs Leben – aber das wäre dann ja doch komisch,
so ganz ohne. Außerdem habe ich ganz gute Fächer gewählt und ganz gute Lehrer.

Dennis Kendratzki (18): Soweit ist es ganz gut gelaufen. Ich habe Deutsch geschrieben und das liegt mir schon. Am Anfang mussten wir in einer
Schlange stehen mit zwei Metern Abstand und uns die Hände desinfizieren, das war echt ungewohnt. Aber dann ging’s wie gewohnt los und war wie eine ganz normale
Klausur – nur eben mit mehr Abstand. Um eine mögliche Ansteckung mache ich mir
aber auch keine Sorgen. Von Haus aus bin ich durch meine Mutter sowieso an hohe Hygienestandards gewöhnt und habe deshalb keine Angst.
Wir hatten zwei Themen zur mAuswahl, da habe ich mich für Sprachreflexion und Sprachwandel entschieden, das ist so relativ gut gelaufen. Und es war ein bisschen Normalität, sonst bin ich ja den ganzen Tag zu Hause. Ich finde es gut, dass so langsam ein bisschen gelockert wird, das schlägt sonst auf die Psyche. Aber ich habe auch Glück, Deutsch absolviere ich relativ gut, andere Schüler haben da mehr Probleme, zum Beispiel in Mathe oder Physik.

Florian Hetzel (17): Meine Klausur im Englisch-Grundkurs ist sehr gut gelaufen. Am Anfang war’s aber befremdlich, nur durch eine Tür gehen zu können. Allerdings ist es ja schön zu sehen, dass sich die Lehrer um unsere Gesundheit sorgen. Die Klausur war nicht anders als sonst, im Raum waren nur weniger Schüler und wenn Fragen beantwortet werden sollten, war das auch auf Abstand.
Ich wusste ja, dass ich die Klausur schreiben muss, deshalb war ich gut vorbereitet. Es war auch abzusehen, dass das in der ersten Woche nach den Ferien ist. Bedenken habe ich allerdings schon. Nicht wegen mir selbst, ich gehöre ja zu keiner Risikogruppe, aber wegen meiner Eltern und Großeltern.
Aber die Schule hat das Beste dafür getan, dass sich das hierdurch nicht verbreitet. Trotzdem verstehe ich die Entscheidung von Herrn Laschet nicht, dass er Prüfungen
über die Gesundheit der Schüler stellt. Obwohl es schön war, ein paar Mitschüler wieder zu sehen.