Weihnachtliches mit hellen, klaren Stimmen

Veröffentlicht am 21. Dezember 2018

Gemeinsames Konzert von Schulchor des Europa-Gymnasiums, TeenSound und Gesangssolisten in der St. Petrus-Kirche

Was wäre ein Weihnachtsfest ohne die musikalische Einstimmung durch die hellen, klaren Stimmen der Sängerinnen von Chorleiterin Tina Meyer-Jaschke? Es ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden, dass ihre Chöre und Solisten den Reigen der adventlichen Konzerte bereichern und in der St. Petrus-Kirche zum Adventskonzert einladen.

Tradition ja, gewohntes Programm – weit gefehlt. Immer wieder gelingt es Meyer-Jaschke, mit Neuerungen und Variationen zu überraschen. Und das Publikum zu begeistern.
Auch wenn sich sowohl Musikschulchor TeenSound als auch der Schulchor des Gymnasiums nach der Babypause der Chorleiterin noch weiter im Aufbau befinden, waren Fortschritte am Mittwochabend deutlich zu hören. So gaben die Mädchen von Teen- Sound einen dreistimmigen harmonischen Einstand mit „Evening rise“, einer alten indianischen Weise, aus drei Richtungen in der Petrus-Kirche intoniert und zu einer schönen Chor-Weise zusammengeführt. Modern ging es weiter mit „When Christmas comes to town“ aus dem Film Polar-Express.

Dass der Schulchor des Europa-Gymnasiums nach nur drei gemeinsamen Proben mit einer neu formierten Gruppe auf die Bühne ging, hätten die Zuhörer wohl nicht vermutet.
Dass der Chor dabei auf althergebrachte Stücke setzte, tat dem Auftritt definitiv keinerlei Abbruch: „Holidays are coming“ und „All I want for Christmas“ konnten die älteren Schülerinnen des früheren Mittelstufenchors noch begeistert mit summen.

Selbst die überraschende Situation, dass der begleitende Pianist kurzfristig ausgefallen war und die Mädchen ohne Begleitung proben mussten, brachte die jungen Sängerinnen nicht aus dem Konzept. Glücklicherweise nahm Musikschullehrerin Ioana Corina Ionescu eine kurze und stressige Vorbereitung in Kauf, verschob kurzerhand das Vorspiel ihrer eigenen Musikschüler und sprang als Begleitung am E-Piano ein.

Darüber waren die Solistinnen mehr als erleichtert, konnten sie ihr einstudiertes Repertoire doch uneingeschränkt vortragen. Klavierschülerin Annika Köhne verlegte ihr Vorspiel spontan in die Petrus-Kirche und spielte zwei Stücke am Klavier. Die neuen Solo-Sängerinnen bewiesen Mut und sichere Stimmen bei ihren ersten Vorträgen vor Publikum, und die erfahreneren Solistinnen überzeugten mit gereiften Stimmen, starkem Ausdruck und viel Gefühl: Leonie Craes machte den Anfang mit Adeles „Someone like you“, Liv Irländer interpretierte „River“ von Joni Mitchell in einem modernen Arrangement mit Begleitung von Eva Schulte am Marimbaphon, Emily Lohmeier trug schwungvoll und peppig „Ho, ho, ho“ von Sia vor, Gänsehaut-Momente bescherte Liz Ademmer stimmgewaltig mit „If“ von Adele, besonders gefühlvoll interpretierte Stine Dünschede „It’s beginning to look a lot like Christmas“ in einer Version von Michael Bublé. Und Marla Belecke und Liz Ademmer überzeugten als Gesangs-Duo mit dem Weihnachtslied „Mary, did you know?“ Viele Solo-Stimmen gab es auch beim TeenSound-Vortrag „Glorious“ zu bestaunen.

Dass auch der Schulchor bereits über geübte Stimmen verfügt, die „Lust auf mehr haben“, zeigte der Stimmbildungs- Chor mit „Circle of Life“.

Bevor die TeenSound-Sängerinnen als Abschlusssong „Patapan“ vortrugen, bedankte sich Meyer-Jaschke bei allen, die dieses Erfolgskonzert möglich gemacht hatten. Vor allem bei der Kirchengemeinde, bei Tontechniker Patrick Risse, bei Pianistin Ioana Ionescu und bei Eva Schulte, die gleich mit Cajon, Xylophon, Marimbaphon und Becken unterstützte.

Dass das Publikum die Sängerinnen nicht ohne Zugabe entließ, versteht sich fast von selbst: Da bot sich „Holidays are coming“ von Melanie Thornton hervorragend an, denn dieses weihnachtliche Lied konnten alle Akteure mitsingen. Mit stehenden Ovationen entließ das begeisterte Publikum die jungen Sängerinnen – bis zur hoffentlich nächsten Auflage …

Text u. Fotos: Monika Nolte. (WA, 21.12.18)