Kleine Forscher stellen Zauberschrift her

Veröffentlicht am 12. März 2018

Im Rahmen einer Projektwoche experimentieren Drittklässler am Gymnasium Warstein. Den Anfang machten die Schülerinnen und Schüler der St. Mararetha-Grundschule Sichtigvor. Die Abiturienten helfen bei der Durchführung von Versuchen.

Marlon Gerden ist acht Jahre alt. Auf seiner Nase sitzt eine durchsichtige Schutzbrille. Die braucht er – zur Sicherheit. Langsam hält er einen kleinen Stab in die Flamme eines Bunsenbrenners – sie verfärbt sich langsam, wird größer. „Wow, ich bin ein richtiger Magier“, sagt der Achtjährige begeistert.

Beim Chemie-Experimentier-Tag am Gymnasium Warstein werden Drittklässler zu kleinen Forschern: Einen Tag lang können sie 13 Versuche ausprobieren – die teils auch zu Hause nachgemacht werden können.

Das Experiment kommt gut an, nicht nur bei Marlon, sondern bei allen Drittklässlern der St.-Margaretha-Schule Sichtigvor, die gestern für einen Tag zu kleinen Forschern geworden sind: Denn am Gymnasium Warstein konnten sich zwei dritte Klassen der Grundschule im Rahmen des „Chemie-Experimentier-Tags“ an 13 Versuchen probieren.

„Die Premiere für die diesjährige Projektwoche“, sagt Chemie-Lehrerin Dagmar Wiethoff, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Robin Richter das Projekt betreut. Das Projekt Lernen durch Lehren – so lautet die Devise des Gymnasiums Warstein, sagt Dagmar Wiethoff. Im Rahmen des Projektkurses „Chemie Q2“ haben sich 13 Abiturienten seit den Sommerferien auf die Projektwoche vorbereitet, Grundschulen besucht, eigenständig die Projekte vorbereitet und geplant. Nun sollen sie den Drittklässlern bei der Durchführung helfen – „und dadurch einen neuen Zugang zum Thema Chemie bekommen“, sagt Dagmar Wiethoff.

An fünf Tagen betreuen sie Grundschüler aus Warstein und führen mit ihnen Versuche durch, die unter dem Oberthema „Feuer, Wasser, Luft – Elemente erforschen“ stehen. „In der Vorbereitung konnten wir auch selbst viel ausprobieren und dazu lernen“, sagt Sophia Hohlfeld, Schülerin aus dem Projektkurs des Gymnasiums.
Jeder Abiturient betreut eine Station – „aber was an den anderen passiert, das wissen wir natürlich auch“, sagt Schüler Maik Wagner. Denn schließlich müsse man einspringen können, falls mal einer der Abiturienten ausfällt.

Die Experimente Die Grundschüler werden zuerst in zwei ungefähr gleich große Gruppen aufgeteilt, müssen gemeinsam kleine Forscher-Teams bilden und sich dann von Versuch „A“ bis zu Versuch „M“ durchexperimentieren.

„Alle Experimente hier sind wirklich super“, sagt die neunjährige Charlotte Quentin begeistert. „Viele Stationen habe ich schon gemacht, jetzt kommen aber noch ein paar. Ich freue mich total.“ Die Experimente sind in einem Zirkel angeordnet: Im Chemieraum sind acht Stationen aufgebaut – dort können die Kinder Geheimschrift herstellen und sie mit einem Bügeleisen sichtbar machen, Türme aus Eiswürfeln bauen oder Wasserexperimente durchführen.

 

Lo­ka­les Ex­pe­ri­men­te noch die ganze Woche

Am heu­ti­gen Diens­tag sind Dritt­kläss­ler der Jo­han­nes­schu­le Al­la­gen und der Lio­ba-Schu­le, Zweig­stel­le Sut­trop, am Gym­na­si­um War­stein. Mitt­woch sind die Schü­ler der Wes­ter­berg­schu­le Be­lecke dran, Don­ners­tag und Frei­tag die Kin­der der Lio­ba-Schu­le War­stein.

 

Im Physikraum warten weitere fünf Experimenmte. Dort können die Teilnehmer eigene Brause oder Schleim herstellen. „Das sind auch Dinge, die man gut zu Hause nachmachen kann“, sagt Wiethoff. „Wir wollen den Schülern natürlich Experimente präsentieren, bei denen etwas passiert und an denen sie Spaß haben.“ Bei allen habe jedoch die Sicherheit im Vordergrund gestanden.

Vier Stunden später ist der Spaß schon vorbei – die Zeit geht schnell um, findet Schülerin Denise Kaczmarek. Vor dem Start seien alle Abiturienten aus dem Organisationsteam sehr nervös gewesen. Das habe sich aber schnell gelegt, „und die Schüler haben wirklich ganz begeistert und euphorisch mitgearbeitet. Schön, dass alle so viel Spaß hatten“, sagt Wiethoff. Auch die Abiturienten ziehen am Ende des ersten Chemie-Experimentier-Tages ein positives Resumée: Negative Vorfälle gab es nicht, alle Schüler haben sich vorbildlich benommen und gut mitgearbeitet, sagt Maik Wagner. Somit ist Tag eins von fünf geschafft, jetzt stehen noch die Besuche der anderen Schulen ins Haus.

 

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Montag, 12. März 2018

Von: Laura Handke, WP, 13.3.2018