Gymnasium Warstein hat den Titel „Europaschule“ im Visier

Veröffentlicht am 21. Januar 2017

Das Gymnasium Warstein möchte sich mit dem Zusatz „Europaschule“ schmücken. Er könnte sogar Bestandteil des Namens werden. Aber dazu bedarf es Anstrengungen: „Das wird einem nicht geschenkt“, verdeutlichte Bernd Belecke, Direktor des Gymnasiums, am Mittwoch den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Sport und Soziales. Sie waren ins Forum der Schule zur Sitzung gekommen, blieben dort aber zunächst nur bis zum Ende der Begrüßung durch den Ausschussvorsitzenden Heiner Maas (CDU) und Bernd Belecke.

Der Schulleiter führte die Gruppe in einen Klassenraum des 5. Schuljahres, der so umgestaltet ist, wie es für das gesamte Gymnasium gewünscht ist: Mit farblich gestalteten Wänden, einer warmen Beleuchtung und neuem Fußboden. „Wenn man auf dem Schulhof steht und nach oben schaut, ist der Raum sofort zu erkennen. Er scheint zu leuchten“, meinte Bernd Belecke. Das war keineswegs ein Randaspekt seiner weiteren Ausführungen zu den pädagogischen Inhalten der Neuausrichtung: Das Lernen in angenehmer Umgebung für die Kinder gehört dazu, und die Veränderung der Räume nach 50 Jahren, die das Gymnasium im vergangenen Jahr alt wurde, war laut Belecke „überfällig“.

In dieser Atmosphäre soll die Zuerkennung des Europaschule-Zertifikats angestrebt werden, was am Gymnasium angesichts „bröckelnder Strukturen in der europäischen Gemeinschaft“ als bedeutsam erachtet wird: „Wir waren es in den letzten Jahren gewohnt, uns frei zu bewegen. Das sollte man hochhalten, weil es unseren Wohlstand sichert und die kulturelle Vielfalt erhält“, betonte der Schuldirektor. Dafür sollen Projekte mit internationalen Schulen wieder aufleben. Ein wichtiger Baustein sei das Angebot des bilingualen Unterrichts ab dem in Kürze beginnenden 2. Schulhalbjahr. Es richtet sich an die Fünftklässler, und Bernd Belecke zeigte sich sehr zufrieden, dass 53 der 82 Jungen und Mädchen die Chance ergreifen, Biologie und Erdkunde in englischer Sprache zu lernen. Die Bilingualität sei eine Voraussetzung für das Europaschule-Zertifikat. Desweiteren arbeite das Gymnasium mit den Warsteiner Europafreunden zusammen und werde von der Stadt unterstützt, die selbst das Etikett Europaaktive Kommune trage.

Zur Präsentation der Unterrichtsgestaltung hatte Bernd Belecke seine beiden jungen Kollegen Alexander Götz und Andreas Kölzer hinzugezogen, die ausführlich erläuterten, warum das Gymnasium Warstein nicht in allen Klassenräumen sogenannte „Whiteboards“ einsetzen wolle. „Die Kreidetafel wird es auch noch in den nächsten Jahrzehnten geben“, prophezeite Alexander Götz. Zwar seien alle Klassenräume mit Internetanschlüssen ausgestattet worden, aber das ist für die Arbeit mit Smartphones und insbesondere Tablet-Computern von Bedeutung. Alexander Götz und Andreas Kölzer demonstrierten den Ausschussmitgliedern, wie interaktiver Unterricht bereits vonstatten geht, und warum es wünschenswert ist, die technischen Möglichkeiten in allen Klassen anzubieten. Wenn das auch zunächst ein Wunsch bleiben muss, wegen der Kosten. Das Gymnasium verfügt derzeit über einen Koffer mit 16 Tablets im Wert von mehreren Tausend Euro. „Das ist die Zukunft, von der wir gern mehr anbieten würden. Aber dazu brauchen wir die entsprechenden Mittel“, warb Bernd Belecke.

P. Teichmann, Warsteiner Anzeiger, 21.01.17