Und noch eine Auszeichnung: Vom Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung NRW Urban Mauer hat Henry Cichon für seine Leistung beim Landeswettbewerb der Mathe-Olympiade schon eine Urkunde bekommen. Nun wurde der Zwölfjährige auch an seiner Schule, dem Europa-Gymnasium Warstein, geehrt. Innerhalb von zwei Stunden löste der Schüler bei der Mathe-Olympiade drei Aufgaben und erreichte damit einen zweiten Platz auf Landesebene. Schulleiter Bernd Belecke (rechts) überreichte Henry Cichon nun im Beisein der Klassenleitung Stephanie Hillebrand (von links), des Bürgermeisters Maximilian Spinnrath und der stellvertretenden Schulleiterin Silke Gillhaus eine Urkunde sowie einen Gutschein für das Heinz-Nixdorf-Museumsforum für Henry und seine ganze Familie. Auch im Europa-Gymnasium soll eine Urkunde an Henrys Leistung bei der diesjährigen Mathe-Olympiade erinnern. Vielleicht kommen auch irgendwann noch weitere dazu. „Nächstes Jahr würde ich wieder mitmachen“, sagt der Sechstklässler, dem nicht nur Mathe Spaß macht, sondern „fast alle Fächer“.
Hannah Lösecke, Warsteiner Anzeiger, 16.04.2026
Als Henry Cichon fünf Jahre alt war, schrieb er auf die Tafel in seinem Kinderzimmer „12 x 5 = 60“. Das erweiterte Einmaleins – eigentlich lernen Kinder das erst in der dritten Klasse. Aber Henry hat ein Faible für Zahlen. Immer schon. Auf dem Weg zum Kindergarten las er die Zahlen auf den Hydranten vor, heute schreibt er seitenweise Fußballstatistiken. Und in der Schule ist er ohnehin ein Ass in Mathe, der Beste seiner Klasse. Dass er aber bei der Matheolympiade auf Landesebene einen zweiten Platz erreicht, hat seine Familie, seine Lehrkräfte und ihn selbst doch ein bisschen umgehauen.
Seitdem ich denken kann, auf jeden Fall, davor weiß ich‘s nicht.
Henry Cichon auf die Frage, seit wann er gut in Mathe ist
Die Matheolympiade zählt zu den größten und renommiertesten Schülerwettbewerben in ganz Deutschland. Ziel ist es, Interesse und Begeisterung für Mathematik zu wecken, Talente frühzeitig zu erkennen und gezielt zu fördern. Gefragt sind dabei nicht nur Rechenfertigkeiten, sondern vor allem logisches Denken und kreative Lösungen. Als mehrstufiger Wettbewerb führt sie die erfolgreichsten Teilnehmenden bis auf Bundesebene. Für Sechstklässler wie Henry geht es aber „nur“ bis zur Landesebene, die Bundesebene gibt es erst ab Klasse 8.
Schul-, Kreis- und Landesrunde
Im Oktober fand die Schulrunde im Europa-Gymnasium in Warstein statt, im November die Regionalrunde im Kreis Soest. Beide hat er mit Bravour gemeistert. Im Februar stand dann die NRW-Landesrunde in Münster auf dem Programm: 350 Mathe-Asse von der fünften bis zur zwölften Klasse knobelten in der Kantine der LVM und dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium – es gab „Aufgaben, die anspruchsvoll, kreativ und weit über den Schulalltag hinausgingen“, heißt es in einer Pressemitteilung der LVM.
Die Landesrunde wurde zum Ausflug für die ganze Familie: Mama Ilka, Papa Dirk und Bruder Cedrik fieberten kräftig mit Henry mit. „Ich hab nicht so gut geschlafen“, sagt der Zwölfjährige rückblickend. „Aber es war nicht so stressig wie letztes Jahr in Goch.“ Denn auch in der fünften Klasse schaffte es Henry bis zur Landesebene und belegte den vierten Platz. „Da war ich nicht zufrieden.“ Damals durften die Eltern mit rein, dieses Mal nicht. „Das fand ich besser, da war es nicht so voll.“
Zwei Stunden hatte Henry Zeit, die drei Aufgaben für Klasse 6 zu lösen. „Ich habe mich gar nicht vorbereitet“, erzählt er, er wollte nämlich wissen, wie gut er ist. Und hineinsteigern wollte er sich auch nicht: „Wenn ich nicht so aufgeregt bin, kann das nur klappen“ war sein Motto. Und dass er nicht noch besser war, habe daran gelegen, dass Stoff dran kam, den er in der Schule noch nicht hatte. Für die Sommerferien hat er – neben Zocken, Urlaub und Freundetreffen – deshalb schon ein Projekt: den Mathestoff von Klasse 7 lernen.
Seit wann er gut in Mathe ist? „Seitdem ich denken kann, auf jeden Fall“, sagt er, „davor weiß ich‘s nich.“ Aber das sagt er nicht überheblich, sondern eher von innen heraus motiviert. Es liegt ihm auch ein bisschen im Blut: „Ein gewisses Grundverständnis haben wir beide“, sagt Mama Ilka Cichon. „Da hat er von jedem eine Portion abbekommen.“ Die Übungsaufgaben in der Lern-App Anton hat er immer schon gerne gemacht, als Vorbereitung für den Kreiswettbewerb war er außerdem in einer vorbereitenden Mathe-AG am Gymnasium Antonianum in Geseke.
Spannendes Rätsel zur Siegerehrung
„Die Siegerehrung war echt super und es war richtig cool, die berühmten Leute zu sehen“, sagt Henry. „Vor allem der Staatssekretär und der Bürgermeister haben mir gut gefallen.“ Der Staatssekretär des Ministeriums für Schule und Bildung NRW Dr. Urban Müller hat Henry auch seine Urkunde überreicht. Nur die Jazzmusik war nicht so sein Geschmack. „Dafür war aber auch ein sehr cooles Rätsel dabei.“ Das Rätsel hat ein Matheprofessor gestellt – und das fand Henry „sehr spannend“.
Auch da hatte Henry übrigens volle familiäre Unterstützung: Nicht nur Mama, Papa und Cedrik waren dabei, auch seine beiden Omas Ursula Cichon und Johanna Stirnberg waren dabei. Das war für Henry das größte Highlight. Und: Jennyfer Winzenick, Regionalkoordinatorin für den Kreis Soest, kam auch extra mit, um Henry zu feiern: „Ein herausragendes Ergebnis für den Kreis Soest, worüber ich mich vor allem auch für Henry sehr freue“, sagte sie.
Mit Platz 2 im Gepäck könnte sich Henry jetzt übrigens für ein Mathecamp der deutschen Nationalmannschaft bewerben. Der Termin passt dem Zwölfjährigen aber gar nicht: Das Camp fällt nämlich in die vorletzte Woche vor den Sommerferien. „Das ist die schönste Woche des ganzen Schuljahres“, findet Henry. Da werden schließlich Filme geguckt und Spiele gespielt. Und das ist ihm doch lieber als noch eine Extraportion Mathematik.HANNAH LÖSEKE
Aufgabe der Matheolympiade
Zwei Stunden hatte Henry Zeit, die drei Aufgaben für Klasse 6 zu lösen. Ein Einblick gefällig?
Tamina hat viele Bauklötze der Maße 1 cm x 1 cm x 3 cm. Sie will daraus verschiedene Quader bauen. Jede Kante ihrer Quader soll mindestens 2 cm lang sein. Wir wollen die Maße der Quader so angeben, dass die drei Kantenlängen immer der Größe nach geordnet sind, beginnend mit der kleinsten Kantenlänge.
a) Zunächst baut Tamina einen Quader aus 30 Bauklötzen. Die längste Kante ist 15 cm lang. Bestimme alle Möglichkeiten für die anderen beiden Kantenlängen.
b) Ermittle die Maße aller solcher Quader, die aus genau 30 Bauklötzen bestehen.
c) Tamina baut jetzt Quader aus genau 105 Bauklötzen. Ergründe, warum keiner der Quader, die Tamina bauen kann, länger als 35 cm sein kann.
d) Ermittle die Maße aller solcher Quader, die aus genau 105 Bauklötzen bestehen.
e) Tamina möchte jetzt einen Quader mit der Länge 36 cm bauen. Wie viele Bauklötze benötigt sie mindestens?
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