Glanzleistungen auf Umwegen

Veröffentlicht am 24. Juni 2020

59 Abiturientinnen und Abiturienten erhielten am Samstag Reifezeugnis

Für die Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasium Warstein endeten am Samstagvormittag bei der feierlichen Entlassfeier ihre ganz persönlichen Goldenen Zwanziger. Ein „Ab(i)gang mit Glanz und Stolz“ lautete das Motto. Und das galt nicht nur für die Verabschiedung der Abiturientia, die dank den neusten Schutzverordnungen nun doch im Forum stattfinden konnte. Die Schülerinnen und Schüler hatten auch in den Abiturprüfungen „geglänzt“.

Gleich viermal konnte Schulleiter Bernd Belecke das Reifezeugnis mit der Bestnote 1,0 aushändigen. Philipp Dicke, Pia Menke, Johanna Schmitt und Johanna Stracke wurden als Jahrgangsbeste ausgezeichnet. Rund ein Drittel erzielte eine Eins vor dem Komma. Daneben wurden gleich sechs Schüler für besondere Leistungen mit den Abiturpreisen der jeweiligen Fächer ausgezeichnet: Pia Menke erhielt den Preis in Chemie, Philipp Dicke in Mathematik, Marvin Köster in Physik, Luca Wasmuth in Physik und Informatik, Marvin Kosfeld in Physik und Miriam Mues in Philosophie.

Der traditionelle Abiturball am Abend musste zwar ausfallen, doch die Abiturientia zeigte sich sichtlich glücklich darüber, dass ihre Entlassfeier stattfinden konnte. Auf Sicherheitsabstand und mit Mundschutz fanden sich die Abiturientinnen und Abiturienten, begleitet von ihren Eltern, im Forum ein. Geschwister, Freunde und Verwandte konnten dank Marvin Köster, selbst Abiturient, und „We love Warstein“ über eine Liveübertragung zusehen.

Da auch der eigentlich vorausgehende Gottesdienst in der St. Pankratius Kirche ausfallen musste, erhielt auch die Geistlichkeit ihren Platz im Programm. Nachdem Henning Hölting mit „Fireflies“ am Flügel eröffnet hatte, hielten Diakon Ludger Althaus und Pfarrerin Jutta Schorstein eine kurze Andacht.

Schulleiter Belecke freute sich besonders, „trotz aller Hürden ein vollwertiges Abi“ und kein „quergerechnetes, zugestecktes Abi“ an seine Schülerinnen und Schüler zu vergeben. Trotz aller Hürden, über die vor allem Oberstufenkoordinator Markus Schröder gelenkt hatte, blickte Belecke am Samstag auf acht Jahre „normalen“ Schulalltag zurück, in dem sie zunächst langsam und dann zum Schluss in rasanter Geschwindigkeit die Digitalisierung miterlebten.

Auch Bürgermeister Dr. Thomas Schöne nutzte die Gelegenheit, der diesjährigen Abiturientia zu gratulieren. „Eine Europaschule zu sein verpflichtet“, erklärte Schöne und gab den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg, gerade in dieser Zeit den europäischen Gedanken weiterzutragen.

Kritische Töne schlug Schulpflegschaftsvorsitzender Thorsten Kosfeld an.  „Abitamine 2020 – Die reifen Früchte verlassen den Saftladen“ hatte das ursprüngliche Motto des Abiturjahrgangs lauten sollen, wurde seitens Schulleitung und Kollegium aber scharf kritisiert. „Nach dem Motto ‚Der Klügere gibt nach‘ habt ihr euch für ein anderes Motto entschieden. Aber denkt dran: Wenn der Klügere immer nachgibt, dann regieren irgendwann die Dummen die Welt.“ Am Ende sei es egal unter welchem Motto, denn wichtig sei nur, den Zutritt zum nächsten „Saftladen“ zu bekommen. „Das Leben verläuft nun nicht mehr linear. Ihr müsst Entscheidungen treffen und Herausforderungen annehmen.“

Die Schülersprecher Louis Weber und Eray Aslan blickten auf die gemeinsame Zeit zurück und erklärten schließlich: „Wir werden euch vermissen, auch wenn beim Kampf um die Plätze in der Eingangshalle schon mal schwere Geschütze wie Wasserpistolen aufgefahren wurden.“

Ebenfalls auf die achtjährige Laufbahn blickten die Stufensprecher Johanna Schmitt und Henning Hölting zurück. In ihrem Abipedia- Eintrag zu den Goldenen Zwanzigern, die den Zeitraum von 2012 bis 2020 beschreiben, fanden sich die „Gesellschaftliche Umwälzung“ der Klassen zu einer Stufe, sämtliche Ausflüge und Klassenfahrten unter „Tourismus“, „Harte Arbeit“, „Kunst & Technik“, „Mode“, „Neue Medien“ und die „Unterstützung durch Eltern“ wieder. Nicht fehlen durfte der wirtschaftliche Aspekt: Stets wurde so viel Geld in Essen investiert, dass im eigenen Portmonee trotz Zeugnisgeld von den Großeltern stets Ebbe herrschte.

Den Abschluss vor der Zeugnisverleihung machten die Stufenleiter Susanne Kurze und Alexander Götz. „Hier fehlen heute einige“, stellte Kurze fest und verlegte ihre Ansprache damit kurzerhand vom Rednerpult auf die Leinwand: Gemeinsam mit dem Kollegium hatten die Stufenleiter einen Film zusammengestellt. „Was bleibt uns von euch in Erinnerung“, fragte sich die Lehrerschaft und gab einen bunten Einblick in acht Jahre Europa-Gymnasium. Darunter fielen Rauchbomben in Chemie, den Gewinn der Fußball-Kreismeisterschaft der Mädchen 2015, Karnevalsstunden zu Shakespeare und viel Kuchen.

Zum Abschied galt es den lieb gewonnenen Schülerinnen und Schülern etwas mitzugeben, und das reichte von „bleibt jeck“ und „in Bewegung“ bis zu „lest die FAZ“.

 

 

Warsteins Abiturientia 2020
Marlene Alz, Lina Aschenbrenner, Charlize Becker, Lukas Bittner,, Marie Bock, Moritz Bräutigam, Philipp Dicke, Felix Dröge, Paul-Moritz Enste, Lea Freisen, Monica Friesen, Mareike Funke, Philipp Gieseler, Kevin Gorzelski, Kevin Gukenheimer, Victoria Hammerschmidt, Florian Hetzel, Dustin Hingst, Loraine Hölscher, Henning Hölting, Maren Hüsemann, Dennis Kendratzki, Tom Klösener, Johannes Köhler, Marvin Kosfeld, Marvin Köster, Carolin Krause, Thorsten Licht, Jenny Markworth, Pia Menke, Maja Moritz, Miriam Mues, Helena Nölleke, Louis Nolte, Thea Nolte, Pia Ochel, Alina Propst, Maren Raßmus, Jonas Risse, Stina Rumphorst, Kathrin Rüth, Maximilian Rüther, Arunim Sahni, Muriel Schleuter, Johanna Schmitt, Lina Schnurbus, Mattis Schwarz, Cassandra Serwatkiewicz, Jonas Stamen, Johanna Stracke, Maxime Tiefert, Laurenz Untied, Luca Wasmuth, Nele Wolf, Julius Wulfert und Celina Zich.

 

Aus: Soester Anzeiger vom 22.06.20, Text u. Fotos Paula Nolte