Was das Europa-Gymnasium Warstein mit Harry Potter zu tun hat

Veröffentlicht am 7. Juli 2019

Schüler, Lehrer und Eltern gestalteten und feierten ein unvergessliches Jubiläums-Schulfest

War es eine geheime Zauberschule? War es genauso wie heute? Oder war es vielleicht eine Schule nur für bestimmte Personen? Offiziell lautet die Antwort auf die obige Frage: Weder noch. Vor 150 Jahren stand das Gymnasium nämlich noch in seinen ganz jungen Anfängen, obwohl einige ja doch die erste These unterstützen, und dieser runde Geburtstag wurde nun gebührend gefeiert.

Das Jahr 2019 ist für die gesamte Schulgemeinschaft ein wahrlich besonderes Jahr. Das am Freitag veranstaltete Schulfest ist nur ein großer Teil dieses Jubiläums. Im Großen und Ganzen gibt es nämlich noch ein Jubiläumskonzert und auch eine Fahrt nach Münster der Schule mit einem Sonderzug. Das am Nachmittag gefeierte Jubiläum wurde von der Bläserklasse der Stufe Fünf mit dem “Majestic March“ eingeleitet. Darauf übernahm Schulleiter Bernd Belecke das Wort, um die Besucher zu begrüßen. „Wir blicken zurück auf 150 Jahre lebendige Schulgeschichte“, richtete er stolz an die Menge. Im Bezug auf Schulfeste damals, sei in der heutigen Zeit bestimmt einiges genauso. „Das Dosen werfen auf Lehrergesichter haben wir damals auch gemacht.“, lachte er. Eine Erfindung der Neuzeit sei aber sicherlich der “Escape Room“, welcher für jedermann zu meistern war. Ein besonderer Dank ging an Larissa König und Robin Richter, welche die Koordinatoren des Festes waren. Natürlich dankte der Schulleiter auch allen Lehrern, Schülern und Sponsoren. Der Erlös des Schulfestes wird in die Schulgemeinde fließen und die Fahrt nach Münster unterstützen.

Nach diesen Worten spielte die Bläserklasse erneut ein Stück und die Räumlichkeiten waren offiziell zugänglich. Lief man nun durch die Gänge der Schule, so gab es fast in jedem Raum etwas zu entdecken. Es wurden selbst bemalte Taschen und Shirts gekauft und auch kleine Insektenhotels wurden von den Schülern extra angefertigt und verkauft. Damit niemand verhungerte wurde einen Tag vorher tatkräftig gebacken und diese Köstlichkeiten konnten gegen einen kleinen Obolus erworben werden.

In einem Raum war wortwörtlich magische Stimmung, denn dort wurde eine Zaubershow aufgeführt und mit einem selbst gemachten Zauberstab und einem Zauberhut konnte man sich in Harry Potter, Hermine und Co. Verwandeln. Die Show wurde mit akrobatischen Künsten eingeläutet und die kleinen Zauberer verblüfften darauf die Zuschauer mit vielen Tricks. So wurden Kaninchen aus dem Hut gezaubert und Karten blind erraten. Außerdem wurde der berühmte Zauberspruch „Riddikulus“ aus Harry Potter verwendet, um die böse Englisch-Lehrerin in etwas harmloses zu verwandeln. Etwas später trat der Bilinguale Kurs der Stufe Sechs auf die Bühne im Forum. Diese haben nämlich mit ihrer Lehrerin Antje Urbach ein kleines Stück vorbereitet. Die Geschichte von “Robin Hood“ wurde somit in ungefähr zwölf Minuten erzählt; natürlich auf Englisch. Die Eltern mussten somit besonders gut zuhören, um auch wirklich alles zu verstehen. Auch die Stufe fünf trat später auf die Bühne und brachte die Eltern mit englischen Sketchen zum Lachen. Im Chemie-Raum herrschte dann wieder magische Stimmung: Die Chemie-AG war nämlich der festen Meinung, dass das Gymnasium vor 150 Jahren eine Zauberschule wie Hogwarts war und mit einer kleinen Geschichte zeigten sie dem Publikum, wie es damals abgelaufen ist. Zunächst wurde aber bemerkt: „Das erinnert vielleicht etwas an Harry Potter, aber J.K Rowling hat ihre Idee von unserer Schule.“ So gab es zum Beispiel anstatt dem sprechenden Hut, welcher einen zu einem Haus einteilt, sprechendes Wasser. Diese färbte sich nämlich in verschiedene Farben, um als Schüler aufgenommen zu werden. Im Unterricht wurden dann Zaubersprüche abgeschrieben und beim Nachsitzen musste aus zwei Flüssigkeiten eine enorme Menge an Schaum hergestellt werden. Dies klappte bei einem Schüler Duo eher wenig und sie erfanden aus Versehen den Gasbrenner und setzten somit den Grundstein für die Warsteiner Montgolfiade.

Auf dem Schulhof konnten sich dann Groß und Klein auspowern und gegeneinander antreten. Zudem wurde eine Schnitzeljagd durch die ganze Schule angeboten und bei einer Tombola wurden viele Preise verlost. In der Turnhalle schwebten einige Schüler in luftigen Höhen: Die “Vertikaltuch AG“ unter der Leitung von Lea Ruhl führte dem Publikum unglaubliche akrobatische Kunststücke mit langen Tüchern vor und verknotete sich wortwörtlich Richtung Decke. Das sah nicht nur unglaublich elegant aus, sondern ließ dem ein oder anderen zwischendurch den Atem stocken, da die Mädchen plötzlich ein ganzes Stück nach unten glitten am Tuch entlang; gewollt natürlich. Somit war es ein gelungenes Schulfest bei bestem Wetter und die Lehrer und Schüler in 150 Jahren können sich durchaus ein Beispiel am Schulfest im Jahr 2019 nehmen, um 2169 genauso gebührend zu feiern.

Leonie Weidlich, Warsteiner Anzeiger, 9.7.19