„Europa-Gipfel“ in Warstein

Veröffentlicht am 6. April 2019

Bürgermeister aus vier Ländern Kern-Europas im Europa-Gymnasium

Vier Nationen, sechs offizielle Stadt-Repräsentanten. Bürgermeister Dr. Thomas Schöne begrüßte am Freitag als erstes St. Pols Bürgermeister Maurice Louf (Frankreich). Aus Pietrapaola reist Bürgermeister Pietro Nigro (Italien) an. Hebden Bridge wird vertreten durch die stellvertretende Bürgermeisterin Stephne Harrison und Verwaltungschef Jason Boom (England). Aus Warsteins sächsischer Partnerstadt kommt Oberbürgermeister Jörg Röglin.

In Warstein startet heute der „Europa-Gipfel“. Aber nicht Staats- und Regierungschefs kommen in der Wästerstadt zusammen. Vielmehr sind es die Menschen, die sich begegnen. Aber auch ihre gewählten Vertreter. Dabei sind vier Nationen aus Kern-Europa. Die Bürgermeister werden ein Wochenende lang durchaus so etwas wie ein politisches Gipfeltreffen daraus machen. Höhepunkt ist der Festakt zum 55-Jährigen mit St. Pol am Samstag um 10.30 Uhr. Wo dieser stattfindet? – Natürlich im Forum des Europa-Gymnasiums.

Vor dem Beginn des Veranstaltungsreigens sprach Anzeiger-Redakteur Reinhold Großelohmann mit Bürgermeister Dr. Thomas Schöne.

Dr. Schöne, wie intensiv ist das Thema Städtepartnerschaften bei Ihnen angekommen, wie wichtig ist Ihnen die „Außenpolitik“ der Stadt Warstein?

Durch mein Amt habe ich einen intensiven Zugang dazu gefunden. Zwei offizielle Treffen gab es schon mit St. Pol. Mit Maurice Louf ist es jetzt das 4. oder 5. Mal, dass wir uns sehen – zuletzt beim Brauerfest im Oktober. Pietro Nigro habe ich im vergangenen Mai kennengelernt, nun freue ich mich auf das 2. Mal. Bei ihm in Pietrapaola werde ich in zwei, drei Wochen zu einem Arbeitsbesuch sein und werde mir zum Beispiel Agrarbetriebe aber auch andere Unternehmen anschauen. Von den Engländern weiß ich, dass Jason Boom kommt, und es freut mich, dass auch Oberbürgermeister Jörg Röglin aus Wurzen kommt. Diese Kontakte habe ich ein bisschen neu belebt, unsere Kontakte sind hier auf fruchtbaren Boden gestoßen.

Wie verständigen Sie sich mit den Franzosen, Italienern und Engländern?

Im Englischen ist man ja schnell drin, da staune ich selbst. Französisch verstehe ich ein wenig, kann es aber so gut wie gar nicht sprechen. Am Freitagabend kommen meine Frau und ich mit Maurice Louf und seiner Gattin zusammen. Da haben wir Dolmetscher – Ute Richter und Florence Weinstock werden uns helfen, was uns sehr freut. Und bei Kollege Pietro Nigro bin ich auch auf Übersetzer angewiesen, Michele Vitale übernimmt das.

Haben Sie bei einem solchenEuropa-Treffen das Gefühl, ein wenig auch in der großen Politik unterwegs zu sein?

Das ist natürlich ein großes Wort. Es ist vielleicht so, wie wenn man in Pompeji vor einem großen Mosaik steht. Sie sehen sofort, wenn eins fehlt. Deshalb empfinde ich es schon als wichtig, was wir tun. Wir können einen wichtigen Beitrag leisten. Die Gestaltung Europas findet nicht irgendwo statt, sondern hier genau bei uns. Auch in Meschede, in Sundern oder in Rüthen.

Bei den Warsteiner Europafreunden gibt es den Wunsch, dass sich auch die Politik, etwa der Rat, mehr engagieren könnten. Gibt es da noch Potenzial?

Wir sollten an allen Ecken und Enden am Thema Europa dranbleiben. Es besteht mehr denn je die Notwendigkeit. Das höre ich auch, wenn ich mit jungen Leuten rede.

Was glauben Sie, wie kann man die Partnerschaften weiter entwickeln?

Wir stellen fest, dass etwas in Bewegung ist. Mehr private Vereine nutzen die Möglichkeiten, mitzumachen. Oder unser Gymnasium. Es bringt sich im Festakt ganz aktiv ein und wird dabei seinem Namen sehr gerecht. Wir brauchen gewiss neuen Schwung. Dabei freue ich mich über viele neue Ansätze.

Warsteiner Anzeiger, 5.4.19