Chöre und Solisten verzauberten

Veröffentlicht am 19. Dezember 2019

Standing Ovations beim Konzert in der St. Petruskirche

Standing ovations und kaum enden wollender Applaus aus voll besetzten Bänken – auch die jüngste Auflage des Adventskonzerts der Musikschule in Kooperation mit dem Europa-Gymnasium war ein voller Erfolg.

Pinke, rote und blaue Lichtilluminierungen, flackernde Kerzen und Tannengrün – schon der Eintritt in die Petruskirche verzauberte die Besucher am Mittwochabend.

Und die Chöre von Musikschule und Gymnasium sowie einige Solisten sorgten mit ihren jungen, frischen Stimmen und dem sowohl
vorweihnachtlichen als auch popigen Programm gleichermaßen für Begeisterung und Besinnlichkeit.

(Warsteiner Anzeiger, 19.12.2019)

 

„Ich freue mich, dass die Kirche wieder so gut gefüllt ist“, begrüßte Chorleiterin Tina Meyer-Jaschke die Gäste zu Beginn und gab den Altarraum frei für die jungen Sängerinnen.

Den Auftakt machte der Stimmbildungschor: Mit schlanken, weißen Kerzen schritten die Mädchen vom Heck des Kirchenschiffs durch die Mitte nach vorn, stimmten mit dem besinnlichen „Advent Candle“ auf die Vorweihnachtszeit ein. Etwas flotter ging es bereits beim folgenden „Let my light“ zu – akzentuierte Klatschrhythmen ließen so manche Füße bereits „tappen“.
Wie aufgeregt muss man sein, wenn man zum ersten Mal vor einige hundert Zuhörer tritt und singt? Den Eisbrecher der Solisten machte Anna Lüttmann – und meisterte ihren Titel von Ed Sheeran „Castle on a hill“ mit Leichtigkeit. Ebenfalls von Ioana Ionescou am Klavier begleitet wurde anschließend Jara Wetzel mit ihrem emotional dargebotenen „Pink“-Song „Bridge of light“. Keine Angst vor großen Namen bewies Leonie Craes. Die Schülerin hatte sich für ihre Performance keine geringer Interpretin als Adele mit ihrem Hit „Turning tables“ gewählt.

Winterlich und vorweihnachtlich wurde es anschließend mit dem Musikschulchor „Teensound“: Wunderschön trugen die jungen Sängerinnen
die Klassikballade „Hallelujah“ von Leonard Cohen vor, um anschließend mit einem Potpourri aus amerikanischen Christmas-Songs zu zeigen, dass Advent auch „fetzen“ kann.
Seinen Liebsten einmal „Danke“ zu sagen, war anschließend Inhalt von Yvonne Catterfelds „Ein Geschenk“, ausdrucksstark dargeboten von Emily Lohmeier. „Nichts ist wichtiger als die Familie“, moderierte Meyer-Jaschke die inbrünstige und authentische Darbietung von Johanna Schmitts „Dad“-Version von Nele Ternes an.
Mit dem Klassiker „Maries Boychild“ und einem flotten Medley aus den Gospels „Rock my soul“ und „He´s got the wohle word in his hand“ zeigte im Anschluss der Schulchor seinen Anspruch an sich selbst. Ruhig, melancholisch und harmonisch folgte der Stimmbildungschor mit „Children of the new dawn“ – gut besetzte Soli-Einlagen inklusive. Mit „I feel fire“ brachte anschließend Liv Irländer einen weitern Titel des britischen Superstars Ed Sheeran ins Programm – und beeindruckte gleich zweifach: Zum einen schien der Song, besonders in den Tiefen, für die schöne, warme Stimme der Sichtigvorerin wie gemacht, zum anderen zuckte sie kaum mit einer Wimper, als plötzlich mitten in ihrer Darbietung das Mikrofon versagte. „Das ist mal profihaft. Wenn die Technik versagt, einfach lauter singen und Präsenz zeigen“, lobte Meyer-Jaschke den professionellen Auftritt auch ohne Verstärker.
Nicht minder gekonnt vertonte anschließend Stine Dünschede den Wunsch von Ariana Grande nach „Snow in California“. Mit einer weiteren Nummer-Eins-Ballade leitete anschließend „Teensound“ das Finale ein, sang Leona Lewis‘ “Run“ voller Emotion und Ausdrucksstärke. Diese Authentizität gipfelte schließlich im Vortrag von Nickelbacks „Stand together“. „Wir müssen zusammen stehen…
Hand in Hand für immer … so gewinnen wir alle …“ Der Chor lebte diese Aussage und verlieh dem Song so fast Hymnencharakter.

Es gibt sie, die Stimmen, die auch international und innerhalb eines Jahrhunderts Ausnahmen bilden. Diese zu interpretieren, setzt nicht nur eine besonders gute Stimme voraus, sondern auch Selbstbewusstsein und Mut. Neben Leonie Craes die sich die Pop-Diva Adele erwählte, galt dies vor allem auch für Liz Ademmer, die den Welthit „Run to you“ von Whitney Houston – vielen bekannt aus der Bodygard-Verfilmung – sehr gefühlvoll zu interpretieren wusste.

Humorvoll klang das Adventskonzert der Musikschule mit dem „Denglisch“-Titel „Merry Christmas allerseits“ von Udo Jürgens aus – und zeigte abermals eine andere Seite der Vorweihnachtsstimmung auf. Die Freude aufs Fest kann eben auch „jung“
sein, mit all seinen wunderbaren Facetten: Der Energie und Quirligkeit, dem Mut, der Unbeschwertheit, der Leichtigkeit, aber auch der Aufregung, die (manchmal leider) erst mit dem Alter und der Routine weicht.

Der Dank der jungen Sängerinnen galt neben Chorleiterin Tina Meyer-Jaschke auch den instrumentalen Begleitern Massimo Grasso an der Gitarre, Alexander Heuser an den Drums, sowie Ioana Corina Ionescu am Klavier. „Es ist nicht selbstverständlich, dass man so herzlich und unkompliziert aufgenommen wird“, dankte abschließend Tina Meyer-Jaschke auch der Kirchengemeinde für die Überlassung der Räumlichkeiten.